Die "Sammlung Lettl" bleibt zusammen

Jahrelanger Rechtsstreit beendet!

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Der Sieg der Gerechtigkeit, 1994 (90x106)


Es war der Wille des im Jahre 2008 verstorbenen Augsburger Kunstmalers Wolfgang Lettl, dass seine Bildersammlung dauerhaft erhalten und der Öffentlichkeit zugänglich bleibt.

Um dies zu gewährleisten, hat sein Sohn Florian Lettl sich jahrelang mit großem Aufwand für das Werk des Künstlers engagiert.

Nach dem Tod des Vaters kam es jedoch zu Erbstreitigkeiten, die sich zunächst gegen die Ehefrau des Künstlers richteten. Als diese selbst nur 2 Jahre später verstarb, wurde Sohn Florian mit Prozessen überzogen. Wesentlicher Streitpunkt der Auseinandersetzungen war die Frage, ob zum Nachlass Bilder gehören, wenn ja, welche, wie viele und mit welchem Wert diese in Ansatz zu bringen sind.

Der Künstler hatte dem Sohn Florian bereits zu Lebzeiten die von ihm geschaffenen Werke übereignet und dies auch in verschiedener Weise dokumentiert. Zudem wurde der Sohn Florian zum Erben nach dem Tod der Mutter eingesetzt.

Die Geschwister waren damit auf Pflichtteils- und Pflichtteilsergänzungsansprüche verwiesen.

Mit dem Ziel vor Augen, die Bildersammlung dauerhaft zu erhalten, hatte Florian Lettl zu Beginn der Rechtsstreitigkeiten und auch im Laufe der Prozesse verschiedene Vergleichsangebote unterbreitet, die jedoch von den Geschwistern abgelehnt wurden.

Mitte Februar 2016 fand nunmehr eine gemeinsame Sitzung der beiden Zivilkammern beim Landgericht Augsburg statt. In dem Termin, der den ganzen Tag dauerte, konnten die seit Jahren dauernden Streitigkeiten nunmehr vergleichsweise beigelegt werden.

Rechtsanwalt Bernhard Ullmann, der Prozessbevollmächtigte von Florian Lettl, fand anerkennende Worte, dass die Richter mit ihrer Verhandlungsführung es geschafft hatten, den Streitigkeiten ein Ende zu bereiten. Besonders glücklich war Florian Lettl über den Ausgang des Prozesses. Er weiß, dass er nunmehr den Willen seines Vaters, die Bildersammlung zu erhalten, erfüllen kann. Alle ca. 500 Kunstwerke verbleiben im uneingeschränkten Eigentum von Sohn Florian Lettl.

Auch für den Lettl-Verein, der sich für das Werk von Wolfgang Lettl einsetzt, ist das Ende des Rechtsstreits mehr als erfreulich. Was in Zukunft mit den Bildern geschieht, ist allerdings noch offen.

Im November 2015 unterbreitete Florian Lettl dem Kulturausschuss der Stadt Augsburg das Angebot einige oder alle Bilder der Stadt als unbegrenzte Leihgabe zu überlassen, vorausgesetzt sie würden öffentlich gezeigt. Eine Antwort der Stadt Augsburg darauf steht noch aus.

Auch ob es im Jahr 2019, dem Jahr des 100. Geburtstages des großen Surrealisten und Sohnes der Stadt, eine Retrospektive in Augsburg geben wird, ist bisher nicht bekannt.

Florian Lettl selbst betont, dass er sich nach wie vor freuen würde, die Bilder in der Stadt Augsburg zu belassen.



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